Warum macht jemand so etwas?

Vor einigen Tagen wurden an einem Berliner U-Bahnhof zwei schlafende Obdachlose mit einer Flüssigkeit übergossen und angezündet. Beide mussten mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Polizei geht bisher von einem Täter aus, der entweder vorbereitet war und Benzin dabei hatte, oder für seine Tat Alkohol nutzte, den er mit sich trug.
In Berlin war das für dieses Jahr der zehnte gewaltsame Anschlag auf Obdachlose. Warum tun Menschen so etwas?

Die ARD zeigte vor einigen Tagen eine Reportage mit dem Titel „Das verrohte Land – Wenn das Mitgefühl schwindet“. Da sah und hörte man, wie sehr die Konflikte auf Straßen, in Ämtern und Behörden, in Arztpraxen und Notaufnahmen der Krankenhäuser zunehmen und warum Gewalt sozusagen gesellschaftsfähig wird. Es gibt weniger Hemmungen, Gewalt anzuwenden – bei Jugendlichen wie bei Erwachsenen, meist Männern. Die Angst wachse, zu kurz zu kommen oder „abgehängt“ zu werden.
Warum aber schwache, schlafende Obdachlose?
Einmal, w e i l sie schwach sind. Und dann, weil der Täter sich von etwas befreien will, denke ich. Wer so etwas tut, bekämpft eine Angst in sich. Die Angst nämlich, so werden zu können wie die beiden vor dem U-Bahnhof Schlafenden. Der Täter will etwas ausmerzen, was er für sich selbst fürchtet. ‚So darf es mit mir nicht enden‘, ist, vermute ich, der tiefe Kern seines Verhaltens. Mit allen Mitteln soll etwas „weggeschafft“, aus der Seele gedrängt werden, was man für sich selbst zutiefst fürchtet.
Angst vor dem eigenen Scheitern bestimmt sein Handeln.

Das können wir zu verstehen versuchen. Verstehen ist nicht Billigen. Mit aller Schärfe des Gesetzes muss hier geurteilt werden. Doch schadet es nicht, das Motiv der Angst zu verstehen. Angst haben wir auch. Sie ist nicht immer berechtigt, aber sie ist da. Wie lebe ich mit meinen Ängsten? Dies zu bedenken ist eine Aufgabe für jeden Tag meines Lebens. Ich soll mir klar machen, ob ich gut überlegt und im Rahmen der Gesetze denke, handle und lebe – oder ob mich blanke Angst antreibt und mein Denken und Handeln unvernünftig bis bösartig macht. Wie lebe ich mit meinen Ängsten?
Der beste Weg ist, darüber zu sprechen mit Menschen meines Vertrauens, auch mit Gott. Ängste werden geringer durch Reden, durch sie in Worte fassen. Das schafft sie nicht aus der Welt, lässt sie aber klarer erkennen. Und was ich erkannt und benannt habe, beherrscht mich weniger. So macht es Hiob (7,11), der sagt: „Ich will reden in der Angst meines Herzens“.
Sprechen wir miteinander, so aufrichtig wie möglich; und gestehen wir einander und Gott, was wir zutiefst fürchten. Die Macht der Angst hat eine Grenze: dass ich aufrichtig über sie spreche und sie eindämme. Jedes sich Öffnen bringt uns näher zu uns selbst; und Gott näher zu uns.

(Foto op-online.de Text F.Müller nach buhv.de)

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