Predigt für die Einführung von Dr. Johannes Wachowski, am 12. Oktober 2023 in St Johannis, Ansbach

Predigt für die Einführung von Dr. Johannes Wachowski, am 12. Oktober 2023 in St Johannis, Ansbach

Kanzelgruß zur Einführung von Dr. Johannes Wachowski: „Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“ (1.Kor 1,3).

Liebe Gemeinde!
Auf dem Weg nach Indien entdeckte Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 Amerika Er hielt es für Indien. Bis zu seinem Tod hat der Seefahrer nie von seinem Irrtum erfahren. 

Am 12. Oktober geht es mit dem Blick auf dieses Ereignis also hier um die Neue Welt, um Entdeckungen und Abenteuer, um Einsicht und Irrtum. 

Natürlich bin ich nicht mit dem Schiff unterwegs und auch kein Genueser. Obwohl ich mit meinem Schiff, das sich Wernsbacher Gemeinde nennt, schon einige Himmelsmeere befahren habe. Und wie der Entdecker Amerikas Kolumbus hatte ich auch sehr gute Noten in Latein und Mathematik. 

Der 12. Oktober, sage ich mir, ist gar kein schlechter Termin für die Einführung eines Pfarrers in die Bildungswelten Evangelischer Kirche.
Denn Bildung heißt für mich immer auch die Offenheit für neue Welten und deren Überraschungen. Alles andere wäre Indoktrination und Propaganda. 

Bildung heißt für mich immer auch Abenteuer zu wagen und etwas Neues zu entdecken. Vielleicht auch an sich persönlich. Alles andere wäre ängstlicher Quietismus.
Und Bildung heißt für mich immer auch Einsicht und Irrtum. Alles andere wäre Dummheit. 

Ganz persönlich sind für mich das EBW und die AEEB keine absolute terra incognita.
Aber wenn ich dann entdecken muss, dass Kiribati kein Land, sondern ein Computerprogramm ist, das ich am besten entdecken sollten.
Wenn ich daran denke, dass die AEEB vor Weihnachten eine BayEbFöG Auffrischung anbietet und ich gleich vom CEO der AEEB zu einem FEBEA Neustart eingeladen werden.
Dann liegt eine neue Welt vor, auf die ich freue, vor der ich Respekt habe und bei der ich mich zuerst bilden muss.
Und Abenteuerliches habe ich vor Ort auch schon erlebt. 

Liebe Schwestern und Brüder,
mit der Entdeckung Amerikas begann das sogenannte Zeitalter der Entdeckungen.
Das spielen wir heute nach.
Nicht mit der schönen Welt. Die hat uns ja viel gegeben hat und inspiriert: Musikalisch aus der neuen Welt. Philosophisch und literarisch. Industriell und kulturell. Natürlich auch fiskalisch und digital. 

Wir gehen auf Entdeckungstour mit der Bibel.
Denn sie ist für mich immer noch eine wichtige Quelle der Bildung.
Und mit ihr entdecken wir heute drei neue Welten. Altbekannt. Aber trotzdem aktuell, modern und neu zugleich. 

Das ist zuerst die neue Welt der Schöpfung.
Die Bibel redet ja zu Beginn nicht von der Natur.
Sie besingt in einem Lied die Schöpfung.
Am 7. Tag machte Gott die Ruhe. Die Zeit für Gott. Die Zeit der Unterbrechung der Geschäftigkeit der Arbeitsleistung. Die Zeit des Paradieses. 25 Stunden Paradieszeit sogar, wie das Judentum lehrt. 

Es gibt also die besondere Zeitlichkeit eines Christenlebens: Die die Zeiten der Unterbrechung und die Auszeiten.
Die Zeiten des Innehaltens und der Ruhe.
Die Zeiten nicht verzweckter Menschlichkeit. 

Die Zeit der geschenkten Geschöpflichkeit, weniger niedriger als Gott, wie der Psalm betet, – die Zeit der Erinnerung an verdanktes Leben. 

Der Mensch ist also nicht nur homo faber, sondern immer homo divinans. Nicht nur homo pecuniam faciens, sondern auch homo ludens. Ein Mensch der Muse und der Kunst könnte man das weltlich nachsprechen.
Das lehrt uns also geistlich die Welt der Schöpfung. 

Und manchmal sage ich mir, über die Welt der Natur gibt es keinen Weg zu Gott.
Auch wenn man anfängt im Wald zu baden, dann in der Nacht aber der Wolf im Blutrausch die Schafe reißt. 

Und wenn man den Mensch als Gotteswerk bestaunt und entdeckt, wie kann man dann so bestialisch morden, wie das am Schabbat in Israel geschehen ist. Und das noch mit Allah hu akbah. Da fehlt es nicht an Bildung, sondern an Menschlichkeit.
Aber bleiben wir bei den biblischen Welten! 

Liebe Kinder Gottes, weniger gering gemacht als Gott selbst,
die zweite Welt, die wir besuchen möchten ist Welt der Freiheit.
Sie ist wieder in einer zentralen Geschichte des Buches der Bücher verankert.
Der Auszug der Israeliten in die Freiheit. Der Exodus, wie das 2. Buch Mose deshalb griechisch heißt.
Auf Hebräisch Schmot. Namen. Die Namen der Söhne Israels!
Gott führt sein Volk, die Schmot in die Freiheit, geleitet es durch die Wüste.
Dort empfangen sie eine grundlegende Bildung. Wüstenbildung: Ja, die Wüste ist der Ort der Offenbarung. 

Und diese Welt der Freiheit ist seit Simchat Tora, dem Sabbat von letzter Woche geschändet. Arabische Barbaren, Mörder und Terroristen schändeten die Welt der Schöpfung, die Welten verdankten Lebens und die Welt der Freiheit in der Wüste zu tanzen. Denkt jetzt an das Musikfestival der Jugend. 

Die Welt der Freiheit der Bibel lehrt, dass dies immer eine Freiheit zu etwas ist.
Verpflichtete Freiheit.
Und das Judentum lehrt uns, dass dies immer heißt die Freiheit, die dem Leben verpflichtet ist. Und ich kenne viele Israelis, die daran leiden, dass sie nun wieder einmal diese Freiheit nicht ausüben dürfen, sondern dass sie wieder gezwungen werden zu kämpfen. 

Liebe Gemeinde!
Und nun kommen wir zur dritten Welt.
Die Welt der Erlösung oder Heilung.
Es ist Welt der Einsicht, der Umkehr, der Vergebung und der Versöhnung.
Vorhing sagten wir, bei Kolumbus: Welten der Einsicht und des Irrtums. Alles andere wäre Dummheit. 

Christlich gewendet sage ich. Es ist auch die Welt der Buße und der Versöhnung.  

So wichtig wie noch nie.
Ich erinnere mich an Jens Spahns Wort: „Wir werden uns viel zu vergeben haben!“
Im Krankenhaus habe ich das erlebt.
Im Bildungsbereich war es damals bestimmt nicht anders. Keine Bildung, keine Literatur, keine Musik, die Kinder allein vor PCs. Was für eine Welt! 

Und wie sehr wünschte ich mir Buße, Versöhnung und schließlich Erlösung für die Welten im Nahen Osten. Ja: Einsicht, Umkehr, Vergebung, Versöhnung und Heilung. Dahinter stecken natürlich Bildungsprozesse! 

Liebe Gemeinde!
Das Zeitalter der Entdeckungen: Schöpfung, Freiheit und Heilung.
Unser Zugang zu diesen Welten ist die Bitte.
Das lehrt und die heutige Losung, für den 12. Oktober!
„Steh mir bei, HERR, mein Gott! Hilf mir nach deiner Gnade.“ (Psalm 109,26) 

Also liebe Schwestern und Brüder
Schöpfung heißt die Welten als gegeben und anvertraut zu sehen und in ihnen sabbatlich zu leben.
Freiheit heißt die Welten in der Verpflichtung des Lebens zu gestalten.
Und Heilung heißt auf Christus zu vertrauen, in den Wegen des Heilands zu wandeln. 

Mit diesen drei so verstanden Welten möchte ich meine Entdeckertour bei Ihnen und Euch fortsetzten, beim EBW und der AEEB, bei der KEB und der FEBEA usw. 

Immer mit der Bitte des heutigen Tages: „Steh mir bei, HERR, mein Gott! Hilf mir nach deiner Gnade.“ (Psalm 109,26) 

Kanzelsegen: „Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“

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