„Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben.“

Ben Furmann, der finnische Facharzt für Psychiatrie, hatte auf der Autobahn ein Erlebnis, dass ihn bewog schon 1977 dieses Buch mit diesem interessanten Titel zu schreiben; Ein großes Motorrad mit einem Biker in Lederjacke, einem zerzausten Bart und langem Haar fuhr an ihm vorbei. Auf der Windschutzscheibe des Motorrades stand dieser Satz: „It‘s never too late to have a Childhood“.
Landläufig leuchtet uns ein, dass Menschen, die eine schwere Kindheit hatten in ihrem Leben immer wieder Schwierigkeiten haben. Wer als Kind keine Liebe von seinen Eltern erfahren hat, wird sich als Erwachsener schwertun, selbst liebevoll zu sein. Ein Mensch, der als Kind Gewalt erfahren hat, ist in der Gefahr als Erwachsener selbst gewalttätig zu werden oder er passt sich hingebungsvoll an, um nicht abgelehnt zu werden.
Ben Furmann untersucht in seinem Buch, wie es kommt, dass trotz negativer Kindheitserfahrungen es nicht zwangsläufig ist, dass Menschen unglücklich werden. Er hat hunderte Menschen befragt: „Was hat Ihnen geholfen, die schwierigen Kindheitserlebnisse zu bewältigen?“ Es überrascht nicht, dass andere verständnisvolle Menschen dazu beigetragen haben, dass Menschen, die in ihrer Kindheit Schlimmes erlebt haben, doch wieder Kraft und Lebensfreude fanden. Menschen berichteten, dass sie in der Natur, mit Haustieren das gefunden haben, was ihnen an Zärtlichkeit und Zuwendung fehlte. Wenn Menschen ihre Fähigkeit zur Fantasie pflegen und entwickeln konnten, hatten sie die Möglichkeit sich in eine andere Welt zu retten, um zu überleben. Viele Kinder haben sich ihrem Tagebuch anvertraut, haben viel gelesen und konnten sich geschützt und bewahrt erleben.
Es ist trotzdem tragisch, wenn Menschen nicht aus dem Schatten ihrer Kindheit herausfinden und gefangen bleiben in ihren oft unbewusst verdrängten Erlebnissen, die sie negativ geprägt haben. Menschen entwickeln für sich Schutzstrategien, die ihnen helfen im Leben zurecht zu kommen. Ein erster Schritt kann sein, dass man das eigene „Schattenkind“ reflektierend erkennt und sich mit ihm versöhnt. Es gibt Hilfen bei Fachärzten und Seelsorgern. Keiner muss mit Problemen, die ihre Ursachen in der Kindheit haben leben.
Letztlich sind es immer Menschen, die durch Wertschätzung, Zärtlichkeit, Mitfreude und Einfühlungsvermögen helfen, dass man Schwächen akzeptieren und zu einer bejahenden Haltung kommen kann.
Dabei sind Vertrauen und Glaube eine große Hilfe. Wir reden von „unserem Vater im Himmel“, von Gott, der uns “tröstet, wie eine Mutter tröstet.“ In Jesus ist uns dieser gute Gott menschlich nahegekommen. Wir dürfen lernen angenommen, geliebt und versöhnt zu leben und zu lieben. Dieser Glaube ist wie eine ansteckende Gesundheit.
Es ist nie zu spät eine glückliche Kindheit und ein glückliches Leben zu haben.

Das wünscht Ihnen Pfarrer Friedhelm Müller.
(Foto FM Der Text ist die persönliche Meinung des Verfassers.)
Ben Furmann, „Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben.“ ISBN 978-3-86145-173-0

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