16 Dez Eine kleine Welt retten

Der Weihnachtsmann geht durch eine Stadt. Es ist aber keine normale Stadt wie eine der unseren, die gerade von Lichtern erhellt und von schönen Düften erfüllt sind. Er geht durch eine trostlos graue Stadt. Sie ist vom Krieg zerstört, erzählt ein kleiner Film vom Roten Kreuz.

Auch der Weihnachtsmann ist grau. Sein roter Mantel ist beschmutzt, sein Bart ist auch nicht mehr leuchtend weiß. Überall sieht der Weihnachtsmann Trümmer. Er stolpert über herumliegende Steine. Es wird geschossen, Autos brennen, Menschen schlagen einander. Der Weihnachtsmann duckt sich ängstlich. Manchmal staunt er vor Trauer; oder er weint beinahe.

Dann erreicht er ein Haus, erzählt der Film; er geht durch leere und zerstörte Räume. In einem sitzt ein Kind auf einer schmutzigen Decke, es scheint zu weinen und ist wie verloren. Der Weihnachtsmann geht zu dem Kind, will es trösten. Da erst verstehen wir auch die Überschrift des Films. Sie heißt: Das einzige Geschenk, das der Weihnachtsmann nicht geben kann – ein friedliches Zuhause nämlich.

Zuhause ist Heimat. Ein bisschen. Zuhause ist es oft wärmer als draußen; auch heller und meist friedlicher.

Kinder können für nichts. Nichts für ihre Armut, nichts für Krieg, nichts für die Machtspiele der Erwachsenen, die Landschaften und Städte ruinieren wie in Syrien. Kinder möchten Weihnachtslichter sehen, Kerzen und Geschenke. Sie möchten mit ihren Lieben zusammen sein und singen. Viele aber haben wenig oder keinen Weihnachtsglanz in ihrem Leben. Ein Zuhause ist das einzige, was der Weihnachtsmann nicht geben, nicht schenken kann.

Aber wir vielleicht. Ein wenig. Ich kenne Menschen, die helfen Kinderheimen – im bitterarmen Bulgarien* oder um die Ecke in ihrer Stadt. Sie helfen, weil bald Weihnachten ist und Kinder wenigstens  ein paar Geschenke haben sollen. Dann spüren sie, dass wir sie nicht vergessen. Weil wir eine Welt sind.

Kinder können für nichts. Aber wir können. Schenken zum Beispiel. Und zeigen, dass uns niemand gleichgültig ist. Gott krempelt Weihnachten die Welt nicht um, leider. Er nutzt die Macht nicht, die er hätte. Das ist oft nur schwer zu verstehen. Er könnte doch, wenn er wollte. Und wir fragen uns, warum er es nicht tut. Die Frage können wir selten beantworten. Gott krempelt die Welt nicht einfach um.

Auf den Kopf aber stellt er sie doch. Weil er Liebe will statt Streit und Krieg. Weil er mein Herz will; mein ganzes, fühlendes Herz. Damit ich wieder weiß: Meine Liebe zählt. Auch wenn sie nur winzig ist. Sie zählt. Das Glück auch nur eines Kindes rettet eine kleine Welt.

(Foto „Kinder brauchen Frieden e.V.“  Text F.Müller nach buhv.de)

Der Verein „Kinder brauchen Frieden e.V.“ hat auch in diesem Jahr wieder eine Paketaktion für ein Kinderheim in Bulgarien. Bitte helfen Sie / Ihre Gemeinde, wenn Sie können.

Näheres unter: https://www.kinder-brauchen-frieden.de/projekte/