„Was geht der andere dich an? Folge du mir nach!“

Wie wir miteinander österlich, tolerant und wahrhaft ökumenisch kommunizieren können.

Die Zeit nach Ostern, in der wir alle leben, ist entscheidend. Das was uns im Schatten des Todes sein lässt, ist erhellt vom Licht der Ewigkeit, vom Licht der Auferstehung Jesu. Jeder erkennt aus seiner Sicht die Welt. Nach Paulus ist aber unser Erkennen immer bruchstückhaft. (1.Korinther 13,12) Und doch sind wir Menschen versucht andere Menschen, andere Meinungen zu beurteilen, als hätten wir allein die Wahrheit erkannt. Jesus gibt seinen Nachfolgern Johannes und Petrus eine nachösterliche Lehrstunde. Beide laufen um die Wette, wer als erster am Grab sein wird. Jesus sagt zu Petrus: „Was geht der andere dich an? Folge du mir nach!“ (Johannes 21 Vers 22)
Wir machen uns mehr Sorgen um andere, als dass wir die eigene Verantwortung wahrnehmen. Verantwortung für einander übernehmen heißt ja nicht: „Du musst so leben, glauben wie ich.“ Ich möchte es so sagen: Jesus wird uns einst nicht danach fragen, was wir für eine Meinung über andere hatten. Er wird uns nur eines fragen: „Hast du mich lieb?“ (Johannes 21,16)
Schon Dietrich Bonhoeffer sagte: „Wer die Wahrheit zynisch sagt, lügt!“ Es geht nicht darum, ob ich Recht habe oder nicht. Oft meinen wir aber: „Nur einer kann Recht haben und der Eine kann nur ich sein.“ Warum machen wir unsere Welt so klein und eng, dass wir meinen, es dreht sich alles nur um uns? Vielleicht brauchen wir die Anerkennung eines Anderen, der uns in unserer Meinung bestätigen soll. Ist es unsere ICH-Schwäche, die es nicht aushält, wenn jemand eine andere Meinung vertritt? Oft unterliegen wir der Versuchung, dass wir meinen, wir könnten uns selbst aufwerten, in dem wir andere Menschen und ihre Erkenntnisse abwerten. Das machen uns unsere Politiker jeden Tag vor.
Wir dürfen schon dankbar sein, wenn wir etwas erkannt haben, das uns wichtig und wertvoll ist. Aber dann brauchen wir nicht erwarten, dass ein anderer das genauso sehen muss, wie wir. Oft fühlen wir uns dann so sicher, dass wir meinen, andere beurteilen zu müssen. George Bernard Shaw (1856-1950) sagte: „Kritiker sind blutrünstige Leute, die es nicht bis zum Henker geschafft haben.“
Jesus sagte in der Bergpredigt: „Urteile nicht, sonst hast du dich schon selbst verurteilt!“ Und selbst wenn uns etwas wichtig ist und wir es einem anderen sagen wollen, sollten wir es nach der Methode handeln: „Die Wahrheit einem anderen Menschen nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen, sondern sie ihm wie einen warmen Mantel hinhalten, in den er gerne hineinschlüpft.“    
Was geht der andere dich an? Folge du mir nach!
Österliches Nachdenken von Pfarrer Friedhelm Müller
(Foto aus „Apóstolos espalham os ensinamentos de Jesus e realizam“ Text F.Müller. Die Aussagen sind die persönliche Meinung vom Verfasser.)

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