Pfingsten – vom Geist belebt

Wenn ich in diesen Tagen durch die Stadt gehe, kommt es mir vor, als wenn wir nach Wochen der Vereinsamung wieder anfangen zu leben. Vorsichtig begegnen wir uns, halten Abstand und in Geschäften mit Mund – und Naseschutz. Uns wurde diese distanzierte Art zu kommunizieren verordnet. Wir sind einsichtig und gehen respektvoll miteinander um.
„Fürchte deinen Nächsten wie dich selbst“. Wir bleiben misstrauisch und verbergen uns hinter der Schutzmaske. Es könnte ja sein, dass der andere Mensch, dem wir begegnen noch den Virus in sich hat und infektiös ist. Und selbst wissen wir auch nicht, ob wir nicht doch Träger des Virus sind, obwohl wir keine Symptome haben. Was hat das Virus mit uns und unserer Gesellschaft gemacht? Mancher ist ängstlich geworden im Umgang mit anderen Menschen bis hin zur Panik. Öffentliche Informationen über die Verbreitung der Viruserkrankung helfen auch nicht gelassener zu bleiben, und wie lange wird dieser Zustand andauern?

Pfingsten feiern wir das Fest des Heiligen Geistes. Aber wie werden die Gottesdienste aussehen? Auf jeder 2. Bank werden Gemeindeglieder sitzen, vermummt auf Abstand. Kein freundlicher Gruß, im besten Fall wird die Orgel spielen ohne Gemeindegesang. Kein Händeschütteln, keine Umarmung und kein Abendmahl, wie trostlos ist das denn? Und die Pfarrer können die Gemeindeglieder, die zum Gottesdienst kommen nur aus Entfernung wahrnehmen, keine Reaktionen erkennen, weil die Maske die Hälfte vom Gesicht verdeckt. Wie kann da Freude und Gemeinschaft entstehen? Wie kann der Funke des Geistes und des Glaubens überspringen? Haben wir unseren Glauben so verinnerlicht, dass nichts mehr sichtbar wird von wem, was hoffen? Vielleicht können die Pfarrer nach dem Gottesdienst draußen sich mit einem zaghaften Händewinken verabschieden.

Aber was hat das mit Pfingsten zu tun? Kühl, distanziert, fast anonym kommen wir zu den Gottesdiensten zusammen. Wie anders wird das erste Pfingstfest in Jerusalem beschrieben. Verschlossene Türen werden aufgetan, freimütig wird das Evangelium allen verkündet, Menschen Herzen werden bewegt. Viele lassen sich taufen, erleben die Erneuerung ihres Glaubens. Eine lebendige Gemeinde entsteht, alle verstehen und begegnen sich ohne Distanziertheit.

Wenn diese Tage, Wochen, Monate von Corona vorbei sein werden, werden wir ein neues Pfingsten brauchen. Der Heilige Geist wird uns wieder erfüllen müssen, damit wir neu zu einander finden können.

Bleiben Sie offen für den Geist, der belebt, für ihre Nachbarn und Freunde. Es kommt eine Zeit, in der wir uns wieder mit offenen Blicken begegnen werden. Bleiben Sie gesund und hoffnungsvoll.
Ihr Pfarrer Friedhelm Müller aus Elpersdorf.

(Foto FM Der Heilige Geist dargestellt als Taube unter dem Kanzeldeckel in der Elpersdorfer Laurentiuskirche.)

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