Niemand soll im Abseits stehen

War es nun Abseits oder war es nicht abseits? Nichts kann Fußballfreunde mehr in Diskussionen verwickeln als diese Frage.

So ist es Woche für Woche in den Spielen der Bundesliga, aber nicht nur dort, sondern fast überall, wo Menschen Fußball spielen.
So ist es auch bei der Fußball-WM in Russland.

Die Abseitsregeln sind nicht ganz einfach, und ein guter Überblick über das gesamte Spielfeld ist erforderlich,
um zu einer Entscheidung zu kommen:

Ein Stürmer darf sich nicht einfach auf die faule Haut legen und vor dem Tor des Gegners auf einen langen Pass warten,
den er dann nur noch ins Tor bringen muss, sondern er muss sich am Spiel beteiligen wie alle anderen auch,
muss mit zurück und muss auch mit vor, sonst steht er im Abseits.

So ist das doch im Leben auch. Ich kann etwas dafür tun, nicht am Rande zu stehen. Ich kann hingehen, mitmachen und mich beteiligen,
statt nur von ferne zuzusehen und die anderen mal machen lassen.

Es gibt allerdings auch das andere. Da wird einer gemobbt. Kollegen bei der Arbeit grüßen einfach nicht mehr. Oder es wird geplaudert, aber wenn ich komme, verstummen alle Gespräche. Wenn ich wieder gehe, wird gelacht und alles schauen sich wissend an. Da werde ich von Informationen ausgeschlossen und man lässt mich auflaufen. Ich werde unsicher und frage mich, was ich falsch mache.
Aber man gibt mir keine Chance. Alles, was ich tue, wird von den anderen diskreditiert, und wenn ich wirklich Fehler mache, werden die gnadenlos offengelegt. Keinem kann man irgendwas anhaben, weil die anderen sich untereinander decken.

Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die an den Rand gedrängt worden sind. Das war zur Zeit, als Jesus gelebt hat, auch so.
Und es gab immer auch Menschen, die sich durch ihr eigenes Verhalten selbst an den Rand gestellt haben.
Und oft kann man das kaum unterscheiden. Erstaunlicherweise hat Jesus nie zuerst danach gefragt, ob einer durch eigenes Verschulden
oder durch die Abseitsfallen der anderen ausgeschlossen wurde, ob einer krank war oder Verräter oder Sünder oder einfach nur arm.
Seine Botschaft war: Auch ihr gehört dazu.

Und dann hat er sie einfach an seinen Tisch eingeladen zum Essen. Keiner soll im Abseits stehen, sondern jeder spielt mit und für Gott eine Rolle. So heißt es auch im Brief des Apostels Paulus an die Galater: „Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.“ (Galater 3,26)

Egal, welche Mannschaft Fußballweltmeister wird, bei Gott steht niemand im Abseits.

((Foto https://schoenering.at/2016/07/fussball-glaube/ Text F.Müller)

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