Liebe. Was sonst?

Ein Zwölfjähriger fährt im Auto der Eltern, zusammen mit seinem Freund, 210 Kilometer weit zu Oma und Opa. So viel Leichtsinn ist zu verurteilen; so viel Sehnsucht und Liebe aber muss gewürdigt werden.

Seine Sehnsucht ist groß. Sein Mut ist noch größer. Am größten aber ist sein Leichtsinn. Vor einigen Tagen setzt sich ein 12-Jähriger mittags ins Auto seiner Eltern, nimmt seinen Freund mit und fährt zu Opa und Oma. Er hat große Sehnsucht nach ihnen, heißt es. Der Junge wohnt in der Nähe von Zwickau in Sachsen, Opa und Oma dagegen wohnen in Bamberg in Bayern. Das sind gut 200 Kilometer. Die Sehnsucht aber ist groß; die leichtsinnige Abenteuerlust wohl auch. Also fährt er die Kilometer. Mit 12 Jahren. Über Stock und Stein. Vor allem über die Autobahn. Offenbar umgeben von unzähligen Schutzengeln.
Die Eltern erschrecken heftig, als Junge und Auto am Nachmittag nicht zu Hause sind. Sie geben eine Vermisstenmeldung bei der Polizei auf. Die Großeltern 200 Kilometer weiter melden auch etwas. Nämlich, dass der Junge bei ihnen heil ankommen ist. In der kommenden Nacht, so vereinbaren es Eltern, Großeltern und Polizei, können er und sein Freund bei Oma und Opa bleiben. Wegen der Sehnsucht. Was für ein Leichtsinn.

Und was für eine Liebe. Wäre der Schreck nicht so groß und der Leichtsinn nicht riesig, müsste man lachen und weinen vor Freude. Wo gibt’s denn so etwas noch. So eine Liebe. Die unbedingt zu Oma und Opa will. Bitte nicht nachmachen, liebe Enkel, solch einen Leichtsinn.
Die Liebe aber schon. Die soll man nachmachen. Immer. Da darf man nicht sparen. Eltern und Großeltern nicht, Kinder auch nicht. Familie, in welcher Gestalt und Zusammensetzung heute auch immer, kann so schön sein. Wenn man sich achtet. Wenn man einander möglichst nie verurteilt, aber immer wertschätzt. Wenn man einander die Türen offen lässt und der Platz am Tisch der Eltern oder Großeltern keinerlei Bedingungen kennt. Wenn man einander beisteht. Mit allem Bemühen, ohne Vorbehalt.

Was gibt es Schöneres als Enkel, die es zu Opa und Oma drängt. Die sonst etwas auf sich nehmen, um in ihre Arme zu kommen bei Nacht und Nebel. Wegen der Liebe. Was sonst? Nach dem großen Schrecken haben sich dann alle beruhigt, heißt es. Und gut geschlafen.
Leichtsinn bleibt Leichtsinn und ist gefährlich. Liebe bleibt Liebe und ist ein Geschenk. Immer wieder. Solche Liebe erfindet man nicht. Die schenkt Gott denen, die sie wollen und darum bitten; die ihre Sehnsucht ernst nehmen und danach handeln. Die keine Mühen scheuen, also alles tun würden für die Liebe. Auch mal Dummheiten. Die dann hoffentlich gut ausgehen.
Liebe ist Gott, höchstpersönlich. Hier vertreten durch Oma und Opa.

(foto http://i.auto-bild.de/ir_img text fm nach mbecker)

Nächste Veranstaltungen

Ökumenische Alltagsexerzitien 2024- Motto "beziehungsweise"
6 Termine 21.02.-20.03.2024
Pfarrerin Möller und Gemeindereferentin i.R. Jonen-Burkard
Ansbach: Kath. Pfarrzentrum St. Ludwig
Ansbach St. Gumbertus / St. Johannis
Dekanatssynode : mit Dr. Justus Geilhufe, Pfarrer im sächsischen Freiberg
Muss sich Kirche in einer sich veränderten Welt auch verändern?
Dekan Dr. Matthias Büttner
Ansbach: Gemeindezentrum St. Johannis
Dekanat Ansbach
Filmabend: Jesus : Filmvorführung mit Einführung und Nachgespräch Anita Nölp
Lehrberg: Gemeindehaus Lehrberg
Lehrberg
Ökumenische Alltagsexerzitien 2024- Motto "beziehungsweise"
6 Termine 21.02.-20.03.2024
Pfarrerin Möller und Gemeindereferentin i.R. Jonen-Burkard
Ansbach: Kath. Pfarrzentrum St. Ludwig
Ansbach St. Gumbertus / St. Johannis