Das Glück der Glaubwürdigkeit

Einen „Vertrauensverlust auf breiter Front“ ermittelte n-tv.de und RTL in ihrer jährlichen Umfrage (16.1.2019), welchen gesellschaftlichen Einrichtungen das größte Vertrauen entgegengebracht wird. Besonders hart trifft es den Papst und die Kirchen. Sie verlieren erheblich an Vertrauen.

Vertrauen ist lebensnotwendig. Deswegen wird in Deutschland einmal im Jahr untersucht, wem unser größtes Vertrauen gilt. Das Ergebnis von voriger Woche, der mittlerweile zehnten Umfrage dieser Art: Polizei und Ärzten wird das größte Vertrauen entgegengebracht. Das ist gut und gehört sich so, auch wenn wir ja hören, dass Ordnungskräfte immer häufiger auch Pöbeleinen ausgesetzt sind.

Zugleich ist aber sehr schmerzhaft, was in der Umfrage mit der evangelischen Kirche geschehen ist. Sie verliert viel an Vertrauen; zehn Prozent zum vorigen Jahr. Das ist erheblich und schlimm. 48 % der Deutschen vertrauen der evangelischen Kirche noch. Weniger als die Hälfte. Was ist geschehen?

Vor allem zweierlei ist geschehen. Einmal haben fast alle gesellschaftlichen Einrichtungen, auch Ärzte und Polizei an der Spitze, an Vertrauen verloren. Zum anderen aber büßt die Kirche an Glaubwürdigkeit ein, seit sie im Umgang mit Kindern Schlimmes angerichtet hat, was oft erst nach Jahrzenten zum Vorschein kam. Und überdies merkt man ja überall, dass Menschen nicht mehr so gerne verbindlich sind über Jahre oder Jahrzehnte. Viele Gemeinden haben Schwierigkeiten, Ämter im Kirchenvorstand/Presbyterium zu besetzen. Auch Feuerwehr und Gewerkschaften haben da auch ihre Probleme mit lang währendem Vertrauen.

Das sind alles keine Entschuldigungen, es sind aber Erklärungen.

Es gibt aber keine vollkommenen Menschen, die keine Fehler haben. Und oft erwartet man von anderen Menschen das, was man bei sich selbst vermisst. Kritiker lauern darauf, etwas zu finden, was sie anderen vorwerfen können, weil sie meinen, sie sind ohne Fehler. Wer ist frei von dieser selbstgerechten Heuchelei?
Ohne Vertrauen wäre der Alltag nicht möglich. Wir können an unserem Platz Vertrauen stiften, wenn wir aufrichtig und verständnisvoll mit einander umgehen.

Vertrauen wächst nur, wenn Denken und Tun übereinstimmen, wenn handelnde Personen glaubwürdig sind. Und sie am Montag nicht etwas anderes tun, als sie am Sonntag gepredigt haben. Das gilt für Pfarrerinnen und Pfarrer wie auch für alle anderen in den Kirchen handelnden Personen. Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut; und es ist viel schneller verspielt als zurückgewonnen.

Nun können wir nicht der ganzen Kirche Vertrauen zurückbringen, leider. Wir können aber an unserem Platz Vertrauen stiften und zum Vertrauen werden. Auch Jesus sind die Menschen nicht in großen Scharen hinterhergelaufen, viele sind ihm misstrauisch begegnet. Dennoch lebte er mit seiner ganzen Person an jedem Tag genau das, was er sagte. Auch wer ihm nicht glaubte, hat ihm manchmal vertraut. Das war seine Glaubwürdigkeit, die ihm wohl niemand abgesprochen hat. Das kam daher, dass er mit seinem Gottvertrauen unbedingt im Reinen war. Und auch die Zweifler gerne hörten und ihm anmerkten, dass seine Sätze stimmen, dass er selbst sie lebt. Besonders dieser schöne Satz hier (Matthäus 6,32): „Sorgt euch nicht so viel; Gott weiß doch, was ihr braucht!

(Foto Karriere.at Text FMüller nach @buhv.de)

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