10 Aug Godspot – ÜBER DIE KOMMUNIKATION DES EVANGELIUMS – EIN REFORMATORISCHES MERKMAL

Wer sich in Berlin und einigen Orten in Brandenburg samt Smartphone in der Nähe einer Kirche aufhält, wird nicht selten eine Überraschung erleben: In der Liste möglicher WLAN-Hotspots findet sich einer mit dem Namen „godspot“. Die Nutzung ist kostenlos und für jeden möglich.

Wenn man sich entscheidet, den Hotspot zu nutzen, wird man zunächst auf eine Startseite geleitet. Hier findet man Informationen zum Kirchengebäude, die aktuellen Veranstaltungen der Kirchengemeinde, aber auch Texte zu The­men rund um Glaube und Leben. „Bitte treten Sie ein!“, ruft der Godspot. „Machen Sie es sich in den Kirchenbänken gemütlich und googeln Sie, was Sie gerade bewegt!“ Und so informiert sich der eine vielleicht über das Thema Taufe, die andere darüber, wie man am besten von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zum Bundestag kommt. „Godspot“-WLAN in der Kirche?

Ausgedacht hat sich das Ganze die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die Kommunikation des Evangeliums ist in der Reformation als wesentliches Merkmal von Kirche beschrieben worden. Also soll Kirche auch dort zu finden sein, wo heute ein nicht geringer Teil der menschlichen Kommunikation stattfindet – im Internet.

Einige Kirchengemeinde denken darüber nach, wie man die modernen Medien und sozialen Netzwerke besser nutzen können. Die Ein­richtung eines offenen WLAN, über die Informationen zu Veranstaltungen und Ähnli­chem verbreitet werden können, ist ein gute Idee.

Eines sollte allerdings wichtig sein: Die digitale Kommunikation darf nicht zum Ersatz werden für die Face-to-face-(„Von Mensch zu Mensch“-) Kommunikation, Godspot nicht zum Ersatz für die Ehrenamtlichen, die offene Kirchen oder Kirchencafes betreuen, auch nicht zum Ersatz für Gesprächsangebote von Pfarrer/-innen. Gemeinde lebt davon, dass direkte Kommunikation von Mensch zu Mensch stattfindet. Sie ist ein Ort der Begegnung, ein Ort, an dem man Freude und Leid miteinander teilen kann. Die Nutzung des Internets kann für diese Kommunikation hilfreich sein, aber sie keineswegs ganz aus­füllen

(foto ekd text fm)