18 Sep Die Qual der Wahl

Am 24.September finden die Bundestagswahlen statt. Hinter uns liegen Wochen des Wahlkampfes. Einige Beobachter sagen, der Wahlkampf sein langweilig gewesen, ohne echte Auseinandersetzungen. Gemeint ist damit wohl, dass die beiden großen Parteien, die seit 4 Jahren in der Regierung sind, gemeinsam für das, was in den letzten Jahren in unserem Land passierte, die Verantwortung tragen.

Da wünscht sich mancher mehr „harte Kante“ in der Auseinandersetzung. Aber recht betrachtet gibt es die „harte Kante“ allendhalben. Wenn die Wahlpolitkämpfer keine sachlichen Argumente haben, dann greift man zu Beleidigungen und Unterstellungen. Es geht dann nicht mehr darum Meinungen auszutauschen, sondern die andere Partei und ihre Vertreter bloßzustellen und verächtlich zu machen. Was und wer demokratisch ist, das entscheiden selbsternannte und selbstgerechte Politprofis. Ein „Totschlag-Argument“ wird oft benutzt, die anderen seinen „Nazis“. Die Zeit des Nationalsozialismus ist zum Glück viele Jahre vorbei und überwunden, aber warum nun wieder diese Vorwürfe? Wer so argumentiert und diese Parallelen zieht, der verharmlost diese unsägliche Zeit in der deutschen Geschichte.

„Freiheit ist immer auch die Freiheit des anderes Denkenden!“, Plakate mit diesem Zitat von Rosa Luxemburg haben Bürgerrechtler in der ehemaligen DDR als Transparent auf Demonstrationen getragen. Von diesem Geist ist heuer nicht viel zu spüren. Deshalb stöhnt manchen und denkt: „Hoffentlich ist der Wahlkampf bald vorbei!“ Aber ob dann im neuen Bundestag der Geist der Toleranz und Sachlichkeit herrscht, darf nach Aussagen einiger Politiker bezweifelt werden. Für manchen Medienvertreter und Politiker kann es nicht genug „Harte Kante“ geben. Leider hat man es bei uns wohl verlernt sachlich und fair Meinungen und Argumente auszutauschen, da ist es einfacher auf oft niveauloser Art den Andersdenkenden zu beleidigen. Dabei sollten alle Redner und Meinungsmacher bedenken, dass man zu jeder Frage auch unterschiedliche Ansichten haben kann, im besten Fall ergänzen sie sich und müssen sich nicht ausschließen. Bedenklich stimmt es, dass in jeder Partei auch Christen sind, die sich dieser oft niveaulosen Art der Auseinandersetzung anschließen.

Erkenntnisse jeder Art sind immer Stückwerk, wie der Apostel Paulus im Korintherbrief schriebt. Da wünscht und hofft man, dass Politiker auch wieder die Bibel lesen.

(foto giga.de text fm)