29 Okt 501 Jahre Reformation

… und in diesem Jahr kein Feiertag.
Ob wir schon absehen oder erkennen können, was die großen Feiern des vergangenen Jahres heute für die evangelische Kirche heute in der Welt bedeuten? Wohl eher nicht. Zumal manche Feier eher laut und plakativ war, statt zu dem einzuladen, was Paulus als den Kern des Evangeliums ansieht: die Freiheit! Ihr seid zur Freiheit befreit! Ihr seid mehr als die Welt, sagt Paulus; ihr seid mehr als das Gesetz und die Gesetze, nach denen sich die Welt dreht. Macht euch nicht zu 100% mit der Welt gemein. Passt euch nicht der Welt und ihrem Zeitgeist an. Ihr lebt in der Welt, und sie ist von Gott geliebt, aber ihr seid nicht von der Welt. Ihr seid Gottes Kinder – in herrlicher Freiheit.

Viele fühlen anders. Das muss man verstehen. Viele fühlen sich eingezwängt in die Regeln der Welt. Und auch wenn sie sich darin nicht wohlfühlen, richten sie sich doch danach, was man so sagt und erwartet. Weil sie nicht auffallen möchten, verhalten, reden und denken sie angepasst.

Freiheit kann wehtun. Und wer einmal den Mut hat seine Meinung frei zu sagen, seinen Glauben offen zu bekennen, sich nicht angepasst zu verhalten, der kann auch erleben, dass er manchmal alleine dasteht. Für Paulus ist Gott in der Freiheit nahe, er kann es fühlen. Und er begründet es mit Christus. Wer seinem Willen folgt – dem aus der Bergpredigt, den Seligpreisungen –, der schmeckt dann allmählich die große Freiheit der Kinder Gottes.

(Foto luther2017.de Text F.Müller)